Wie baut ein kleines Unternehmen eine planbare Pipeline auf?

Dirk Krause - IT-Vertrieb Neukundengewinnung strukturiert aufbauen

Das Problem hat einen Namen und es heißt nicht Kaltakquise

Fragen Sie einen Geschäftsführer wie seine Pipeline aussieht, bekommen Sie meistens eine von zwei Antworten.

Entweder: "Läuft ganz gut gerade." Oder: "Wir haben zu wenig im Funnel."

Was fast nie kommt: eine konkrete Zahl. Ein klarer Überblick. Eine begründete Erwartung was in 60 oder 90 Tagen an Umsatz reinkommt.
Das ist kein Zufall. Eine planbare Pipeline entsteht nicht von selbst. Sie ist das Ergebnis von Struktur und die fehlt in den meisten kleinen Unternehmen nicht aus Faulheit, sondern weil sie nie jemand aufgebaut hat.

Was eine planbare Pipeline von einer zufälligen unterscheidet

 

Eine zufällige Pipeline füllt sich wenn Zeit ist. Empfehlungen kommen rein, der GF spricht gelegentlich jemanden an, ein Bestandskunde fragt nach einem weiteren Projekt. Manchmal ist viel drin, manchmal wenig.

Eine planbare Pipeline funktioniert anders. Sie hat drei Eigenschaften:

  • Sie wird aktiv befüllt und nicht nur verwaltet.
  • Sie zeigt zu jedem Zeitpunkt wo ein Interessent steht und was der nächste Schritt ist.
  • Sie liefert eine realistische Einschätzung des Umsatzes der in den nächsten 60 bis 90 Tagen entsteht.

Der Unterschied zwischen beiden ist nicht Talent oder Marktposition. Es ist gezielter Prozess.

 

Die vier Bausteine einer planbaren Pipeline für IT-Unternehmen

 

 

1. Ein klar definierter Zielkunde

Eine planbare Pipeline beginnt nicht mit Akquise. Sie beginnt mit der Entscheidung wen Sie ansprechen wollen und wen nicht.
Unternehmen die jeden potenziellen Kunden mitnehmen verschwenden Zeit auf Gespräche die nie zu einem Auftrag werden. Wer seinen Zielkunden konkret definiert — Branche, Unternehmensgröße, typisches Problem, Entscheider — kann gezielt ansprechen statt breit zu streuen.

 

2. Mindestens zwei aktive Akquisekanäle

Empfehlungen sind ein Kanal. Aber kein aktiver. Wer nur auf Empfehlungen wartet, hat die Kontrolle über seine Pipeline abgegeben.
Zwei aktive Kanäle sind das Minimum. Für kleine Unternehmen funktionieren erfahrungsgemäß am besten: strukturierte Telefonakquise bei klar definierten Zielkunden und systematische LinkedIn-Präsenz mit relevanten Inhalten. Beide Kanäle brauchen Kontinuität. Nicht Intensität einmal im Quartal, sondern regelmäßige Aktivität jede Woche.

 

3. Ein dokumentierter Vertriebsprozess

Jeder Interessent der in die Pipeline eintritt braucht einen definierten Weg. Von der ersten Kontaktaufnahme bis zur Entscheidung. Dieser Weg muss dokumentiert sein — nicht im Kopf des Geschäftsführers. Nur dann ist er übertragbar, messbar und verbesserbar. Ein einfacher Vertriebsprozess für kleine Unternehmen hat fünf Stufen: Erstkontakt, Qualifikationsgespräch, Bedarfsanalyse, Angebot, Entscheidung. Für jede Stufe gibt es eine klare Definition wann ein Interessent dort hinein und wann er weitergeschoben wird.

 

4. Ein CRM das tatsächlich genutzt wird

Pipeline-Management im Kopf oder in Excel ist kein Pipeline-Management. Es ist das Prinzip Hoffnung. Ein einfaches CRM — HubSpot hat eine kostenlose Version die für kleine Unternehmen vollständig ausreicht — gibt Ihnen zu jedem Zeitpunkt einen Überblick über alle aktiven Gespräche, den Status jedes Interessenten und die zu erwartenden Abschlüsse.

Wichtig: Das CRM muss konsequent gepflegt werden. Ein CRM das nur sporadisch befüllt wird ist wertlos.

 

Wie groß muss eine Pipeline sein?

 

Eine einfache Faustformel für kleine Unternehmen:
Der Gesamtwert aller Opportunities in der Pipeline sollte mindestens das Dreifache Ihres monatlichen Umsatzziels betragen, gemessen an realistischen Abschlusswahrscheinlichkeiten.

Wer also 50.000 Euro Monatsumsatz anstrebt, braucht Opportunities im Wert von mindestens 150.000 Euro in der aktiven Pipeline.
Diese Zahl macht deutlich wie viel Akquise nötig ist und schafft eine planbare Grundlage für Vertriebsentscheidungen.

 

Der häufigste Fehler beim Pipeline-Aufbau

 

Zu viele Unternehmen starten mit Akquise und hören auf wenn das Tagesgeschäft anzieht.

Das ist der klassische Schweinezyklus im Vertrieb. Wenig Aufträge — viel Akquise — Aufträge kommen — Akquise stoppt — Aufträge gehen zurück — Akquise startet wieder.

Wer so arbeitet hat keine Pipeline. Er hat einen Kreislauf aus Druck und Erleichterung. Eine planbare Pipeline erfordert konstante Aktivität, auch wenn das Tagesgeschäft läuft. Gerade dann.

 

Wann ist der richtige Zeitpunkt mit dem Pipeline-Aufbau zu beginnen?

 

Jetzt. Nicht wenn mehr Zeit ist. Nicht nach dem nächsten großen Projekt.

In guten Zeiten baut man Strukturen auf. In weniger guten Zeiten ist dafür kein Raum mehr. Wer heute nicht weiß wie seine Pipeline in 90 Tagen aussieht, hat ein Problem das erst sichtbar wird wenn es zu spät ist um entspannt zu reagieren.

 

Der erste Schritt

 

Bevor Sie anfangen Kanäle aufzubauen und Prozesse zu dokumentieren, braucht es eine ehrliche Bestandsaufnahme. Wo steht Ihr Vertrieb heute wirklich? Wo bleibt Umsatz liegen? Und was ist der eine Hebel der als erstes angesetzt werden sollte?

Genau das leistet der Vertriebscheck. In fünf Werktagen. Mit einem konkreten Ergebnisdokument und drei priorisierten Maßnahmen.

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